Doppel-Apex: Lange Kurven mit zwei Scheitelpunkten

SG

Salvatore GangarossaGründer der WMR Academy, ehemaliger Formel-BMW-Fahrer · 4 Min. Lesezeit

In einer langen Kurve fühlt sich die Innenseite wie der kürzeste Weg an. Also bleiben die meisten dort kleben.

Ein teurer Irrtum.

Wer die ganze Kurve eng fährt, macht den Radius klein. Und ein kleiner Radius kostet Tempo.

Manche Kurven haben deshalb nicht einen Scheitelpunkt, sondern zwei. Welcher davon wichtiger ist und was du dazwischen machst, erfährst du jetzt.

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Was ein Doppel-Apex ist

Die meisten Kurven haben einen Scheitelpunkt – den Punkt, an dem du der Innenseite am nächsten kommst. Lange Kurven, die sich über einen großen Winkel ziehen, fährt man dagegen oft mit zwei Scheitelpunkten. Man spricht vom Doppel-Apex.

Typisch sind solche Kurven dort, wo zwei Kurven mit ähnlicher Richtung kurz hintereinander liegen oder wo eine lange Kurve in der Mitte etwas weiter wird.

Der häufigste Fehler: alles eng innen

Viele Fahrer kleben in einer langen Kurve die ganze Zeit an der Innenseite. Das fühlt sich nach dem kürzesten Weg an. Der Radius wird dadurch aber kleiner – und ein kleinerer Radius bedeutet weniger Kurventempo.

Hinzu kommt: Wer die gesamte Kurve eng fährt, hat am Ausgang oft keinen Platz, die Lenkung zu öffnen, und kommt spät ans Gas.

Die Linie mit zwei Scheitelpunkten

Fahr den ersten Teil wie eine eigene Kurve an und triff den ersten Apex. Lass das Auto danach in der Mitte etwas nach außen laufen, statt innen zu bleiben. Dadurch wird der Radius größer und du kannst mehr Tempo halten.

Zum zweiten Apex lenkst du dann wieder etwas ein. Er ist der wichtigere der beiden, weil danach die Beschleunigung auf die Gerade beginnt. Wenn du zwischen beiden Punkten abwägen musst, opfere eher etwas am ersten als am zweiten.

  • Ersten Apex treffen
  • In der Mitte bewusst etwas Platz nach außen nutzen
  • Zweiten Apex treffen
  • Danach Lenkung öffnen und beschleunigen

Blickführung in langen Kurven

Weil die Kurve lang ist, besteht die Gefahr, den Blick zu nah vor dem Auto zu halten. Schau schon am ersten Apex Richtung zweiten Apex und von dort zum Ausgang. So wirken lange Kurven ruhiger und du lenkst gleichmäßiger.

Was dabei mit dem Auto passiert

In einer langen Kurve ist das Auto über eine längere Zeit seitlich belastet. Ruhige, gleichmäßige Eingaben sind deshalb besonders wichtig. Jede ruckartige Lenkkorrektur in der Kurvenmitte bringt Unruhe ins Auto und kostet Grip.

Wenn du in der Mitte bewusst etwas Platz nach außen nutzt, kannst du die Lenkung dort ein wenig öffnen. Das entlastet die Reifen kurz und gibt dir Reserven für den zweiten Apex.

Jede Strecke ist anders

Ob eine Kurve als Doppel-Apex gefahren wird, hängt von ihrer Form, dem Auto und dem, was danach kommt, ab. Streckenkarten, Onboard-Videos und ein erfahrener Instruktor helfen dir, solche Kurven zu erkennen.

Deine Checkliste

  • Lange Kurven der Strecke identifiziert
  • Ersten und zweiten Apex festgelegt
  • In der Kurvenmitte bewusst etwas Platz genutzt
  • Zweiten Apex priorisiert
  • Blick früh zum zweiten Apex geführt

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Woran erkenne ich einen Doppel-Apex?
Meist an langen Kurven mit großem Richtungswechsel oder zwei kurz aufeinander folgenden Kurven in gleicher Richtung. Streckenkarten und Onboard-Videos helfen.
Ist der erste oder der zweite Apex wichtiger?
In der Regel der zweite, weil danach die Beschleunigung auf die Gerade beginnt.
Kann ich die Kurve auch mit einem Apex fahren?
Manchmal ja. Welche Linie schneller ist, hängt von Kurve und Auto ab. Wichtig ist ein möglichst großer Radius und ein sauberer Ausgang.
Ich habe keine Erfahrung. Geht das trotzdem?
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