Überholen auf dem Trackday: Regeln, die dich schützen.

SG

Salvatore GangarossaGründer der WMR Academy, ehemaliger Formel-BMW-Fahrer · 4 Min. Lesezeit

Viele denken, auf dem Trackday ist schnell, wer am mutigsten überholt.

Es gibt nichts zu gewinnen.

Auf dem Trackday zählt nicht der schnellste Überholvorgang. Sondern der, den beide Fahrer vorher kommen sehen.

Welche Regeln typischerweise gelten, wie du Zeichen gibst – und warum ein Zeichen, an das du dich nicht hältst, gefährlicher ist als gar keins, steht im Guide.

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Ein Trackday ist kein Rennen

Auf einem Trackday fahren Autos und Fahrer mit sehr unterschiedlichem Tempo gleichzeitig. Es gibt keine Wertung, keinen Pokal und keinen Grund, ein Risiko einzugehen.

Deshalb sind die Überholregeln meist strenger als im Rennen. Welche genau gelten, legt der Veranstalter fest – und erklärt sie in der Fahrerbesprechung. Was dort gesagt wird, gilt.

Typische Regeln

Viele Veranstalter arbeiten mit ähnlichen Grundsätzen. Prüfe trotzdem immer die Regeln deines Trackdays.

  • Überholen oft nur auf Geraden oder in freigegebenen Abschnitten.
  • Nicht in Bremszonen und nicht in Kurven.
  • Manchmal nur auf einer festgelegten Seite.
  • Teilweise erst, wenn der Vordermann ein Zeichen gibt.

Wenn du überholt wirst

Am wichtigsten ist, berechenbar zu bleiben. Keine plötzlichen Lenkbewegungen, kein abruptes Bremsen auf der Geraden. Wenn ein Zeichen vorgesehen ist – etwa Blinker oder Handzeichen – gib es klar und früh.

Die blaue Flagge bedeutet: Ein schnelleres Fahrzeug nähert sich. Im Training heißt das, Platz zu machen, sobald es sicher geht, und dabei vorhersehbar zu fahren.

Kommunikation ist alles

Überholen funktioniert auf dem Trackday nur, wenn beide Fahrer wissen, was der andere vorhat. Deshalb sind Zeichen so wichtig: Sie machen dein Verhalten vorhersehbar. Welche Zeichen gelten – etwa Blinker auf der Seite, auf der überholt werden soll, oder ein Handzeichen –, wird in der Fahrerbesprechung festgelegt.

Gib Zeichen früh und eindeutig und halte dich danach an das, was du angekündigt hast. Ein Zeichen zu geben und dann doch die Linie zu ändern, ist gefährlicher als gar kein Zeichen.

Wenn du unsicher bist, ob ein Überholvorgang sicher ist: lass ihn. Auf der nächsten Geraden bekommst du eine neue Chance, und die Rundenzeit ist auf einem Trackday ohnehin zweitrangig.

Wenn du überholen willst

Geduld ist die wichtigste Fähigkeit. Halte Abstand in den Kurven und warte auf die nächste Gerade oder auf das Zeichen. Drängeln in der Kurve setzt den Vordermann unter Druck und erhöht das Risiko für beide.

Hilfreich ist, früh in den Spiegel zu schauen und vorauszuplanen, wo ein Überholvorgang sicher möglich ist.

Deine Checkliste

  • Fahrerbesprechung besucht und Überholregeln verstanden
  • Freigegebene Abschnitte und Seite gemerkt
  • Zeichen für „vorbeilassen“ geklärt
  • Auf Geraden regelmäßig in den Spiegel geschaut
  • In Kurven Abstand gehalten
  • Beim Überholtwerden berechenbar geblieben

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Darf ich in der Kurve überholen, wenn genug Platz ist?
Auf den meisten Trackdays nicht. Maßgeblich sind die Regeln des Veranstalters aus der Fahrerbesprechung.
Muss ich bei blauer Flagge sofort bremsen?
Nein. Fahr berechenbar weiter und lass das schnellere Auto vorbei, sobald es sicher möglich ist – keine abrupten Manöver.
Was ist bei Touristenfahrten anders?
Bei Touristenfahrten gilt die Straßenverkehrsordnung. Das ist keine Trainings- oder Rennveranstaltung.
Ich habe keine Erfahrung. Geht das trotzdem?
Ja. Die meisten starten bei uns ohne Rennerfahrung. Wo du stehst und was der passende nächste Schritt ist, besprechen wir im Workshop.
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